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Presseinformation vom 18.02.2011

Ludwigsburg, den 18.02.2011

Fahrschul-Branche am Rande der Profitabilität

Wie seit vielen Jahren legt die DATAPART Factoring GmbH, Tochtergesellschaft der ACADEMY Holding AG, auch für 2010 einen nationalen Preisspiegel für die deutsche Fahrschulbranche vor. Die Grundlage für diese statistische Erhebung sind die Preise von über 550 Fahrschulbetriebstellen.

Die unbefriedigende Tendenz der Vorjahre setzte sich ungebremst fort. Nach wie vor ist es der Branche nicht gelungen, Einkommensperspektiven und die Anforderungen an die Erhöhung der Qualität der Ausbildung miteinander zu verbinden.  

Die durchschnittliche Preisentwicklung lag beim wirtschaftlich wichtigsten Ausbildungsbereich für den Führerschein Klasse B rund 0,5% unter dem Vorjahreswert. Damit bewegte sich dieses Marktsegment noch unter dem Niveau der Lebenshaltungskosten des Jahres 2010, die sich auf plus 1,1% eingependelt hatten.

Auf den ersten Blick drückt sich damit der Druck auf die Preise aus, der im vergangenen Jahr eine Reihe an Branchen erfasst hat. Tatsächlich aber spiegelt dieser Vergleich nur bedingt die eigentlichen Realitäten im Fahrschulmarkt wieder. Die Entwicklung muss vielmehr als besorgniserregend bezeichnet werden.

Die einzelne Fahrschule hat sich mit den Bedingungen auseinanderzusetzen, die sie direkt betreffen. Damit stehen neben den Gehältern und Mieten insbesondere die Kosten für die Fahrzeuge im Vordergrund einer qualitativen Betrachtung. Durchschnittszahlen, die sich auf einen virtuellen Warenkorb beziehen, helfen bei einer Analyse dieser Branche nur bedingt weiter. So haben sich die durchschnittlichen Kosten für das Auto gegenüber 2009 um 3,7% erhöht.

Weitaus dramatischer stellte sich allerdings der Anstieg der Kraftstoffpreise dar. Dieser lag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 11,9%. Der für diese Branche besonders wichtige Dieselkraftstoff verteuerte sich sogar um 12,1% auf durchschnittlich 121,7 Cent/Liter (Vorjahr: 108,5 Cent/Liter).

Moderater wuchsen dagegen die Pkw-Anschaffungskosten mit einem Zuwachs von 0,3%. Eine Preisexpansion in diesem Sektor würde die Einkommensperspektiven der Fahrschulen in der gegebenen Konstellation noch nachhaltiger beeinträchtigen. Kombiniert mit den nach wie vor niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten, kann die Situation in dieser Branche gerade mal als erträglich bezeichnet werden. Es darf dabei nicht verkannt werden, dass sich beide Trends dem direkten Einfluss der Marktteilnehmer entziehen und einem stetigen Wandel unterliegen.

Daneben sinkt die Zahl der potentiellen Fahrschüler aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland Jahr für Jahr dramatisch. Preiskämpfe und Verdrängungswettbewerb werden die Realität auf dem Fahrschulmarkt künftig noch eindringlicher als bisher bestimmen.

So stieg der Grundbetrag für die theoretische Ausbildung für den Führerschein der Klasse B nur um bescheidende 0,5% auf 222,25 Euro.

Auch bei den Kosten für die praktische Ausbildung für den Führerschein der Klasse B konnten nur unbedeutende Zuwächse von im Schnitt unter einem halben Prozent erzielt werden. Aktuell liegen die Preise für eine Übungsstunde bei 33,07 Euro, für eine Überlandfahrt bei 45,23 Euro sowie für eine Autobahnfahrstunde bei 45,09 Euro und für die Dunkelheitsfahrt bei 45,22 Euro.

Rückläufig waren die Preise für die theoretische Prüfung für den Führerschein B. Hier war ein Minus von 2,65% auf 44,07 Euro zu verzeichnen. Ähnlich unbefriedigend sanken die Preise für die praktische Prüfung bei der Klasse B um gut 1% auf 106,41 Euro (Vorjahr: 107,52 Euro).

Für Matthias Wimpff, Chef der DATAPART Factoring GmbH und der ACADEMY Holding AG, hängt eine gesunde Entwicklung der Branche davon ab, inwieweit es gelingt, die Erlössituation zu verbessern. „Dabei geht es für ihn nicht nur um das ökonomische Überleben der Fahrschulen in Deutschland, sondern insbesondere um die Fähigkeit zur kompetenten, hochwertigen Ausbildung der Fahrschüler.“

Diesem Aspekt wird in einer aktuellen Befragung des ADAC nur bedingt Rechnung getragen, in der ausschließlich auf die Kosten zur Erlangung eines Führerscheins abgestellt wird. Eine rein quantitative Betrachtung muss bei einer Dienstleistung, wie der Ausbildung zum Führerschein, kritisch hinterfragt werden. Eine fachgerechte und damit teure Ausbildung sorgt bei den überwiegend jungen Fahrschülern für eine geringere Unfallfrequenz, wenn sie über die eigene Fahrerlaubnis verfügen.

Unabhängig davon verwundert es nicht, dass in den Metropolen Hamburg, Berlin oder in Städten des Ballungszentrums Ruhrgebiet eine relativ harte Preispolitik zu beobachten ist. Hier hat man insbesondere die Wettbewerbssituation in die Betrachtung mit einzubeziehen, die eine schärfere als auf dem flachen Land ist. Gleichwohl muss der Empfehlung gefolgt werden, innerhalb bestehender Standorte akribische Preisvergleiche vorzunehmen. Dass bei den Kosten für eine Fahrerlaubnis Standorte im Süden Deutschlands teurer davonkommen als etwa in Thüringen oder Sachsen sei unter anderem dem unterschiedlichen Einkommensniveau ebenso geschuldet wie den höheren Fixkosten etwa für Mieten oder Gehälter.

Dass Qualität ihren Preis hat, zeigt die Entwicklung der Durchfallquoten (Quelle: KBA, 2009). Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gehörten im Bundesgebiet zwar zu den preislich günstigsten Standorten, gleichzeitig verzeichneten diese aber die höchsten Durchfallquoten bei der Führerscheinprüfung. So fielen in Sachsen-Anhalt nahezu doppelt so viele Führerscheinbewerber durch wie in Hessen (22,06% zu 40,37%).

Hinsichtlich der Stimmungslage innerhalb der Fahrschulbranche hat die ACADEMY-Gruppe eine weitere Studie in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse werden Anfang März dieses Jahres publiziert werden. Hier sei bereits darauf verwiesen, dass über 80 Prozent der befragten Fahrschulunternehmen die Wettbewerbssituation als problematisch bis ruinös empfanden. Preiskämpfe gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft der Fahrschulen und sollten nicht zum Leitmotiv dieser Branche werden.

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